Innenstadt: Es geht wohl auch ohne neues Parkhaus

Blick auf die Sunderner Innenstadt. (Foto: überflieger.media)

Sundern. „Der Einzelhandelsbeirat des Stadtmarketing unterstützt das vorliegende Konzept zur Innenstadt einstimmig“, berichtete Stadtplaner Lars Ohlig bei der jüngsten Monatspressekonferenz im Rathaus. Sieben Vertreter des innerstädtischen Einzelhandels hätten an einem Gespräch im Rathaus im März teilgenommen und alle sieben hätten sich in einer abschließenden Abstimmung für die Planungen ausgesprochen. Die Anwesenden hätten dabei sogar die absolute Notwendigkeit eines neuen Parkhauses als Ersatz für wegfallende Parkplätze im Bereich des Röhrparks in Frage gestellt, so Ohlig.

Plakat „Wir möchten, dass sich in Sundern etwas bewegt!“

In der Sunderner Innenstadt soll sich etwas bewegen. (Foto: oe)

Stadtplaner, Stadtmarketing und Einzelhandelsbeirat haben vereinbart, mit einer Plakataktion „Wir möchten, dass sich in Sundern etwas bewegt!“ für das Konzept zu werben. Das Plakat mit einem Innenstadtplan und besonderer Berücksichtigung der Parkplatzsituation soll bei allen Händlern, die zum Konzept stehen, gut sichtbar aufgehängt werden und die Kunden informieren. Die Endfassung muss noch abgestimmt werden. Das fertige Produkt soll bald bei einem Pressetermin vorgestellt werden.

Parkscheibendreher blockieren viele Kundenparkplätze

Das Plakat zeigt über 600 öffentliche Parkplätze, von denen aus die Fußgängerzone in nicht mehr als drei Minuten zu Fuß erreichbar ist. Etwa 175 von ihnen würden bei der Verwirklichung eines Röhrparks wegfallen. Im Bereich Schimmerlingshof wäre der Neubau von 54 öffentlichen Parkplätzen in weniger als einer Minute Entfernung von der Fußgängerzone möglich. Weitere 120 Parkplätze könnte der Bau einer Parkpalette im Bereich Schützenhalle/Kaiserhöhe bringen. Auf diesen Bau könnte aber möglicherweise auch verzichtet werden, sagte Ohlig und verwies auf den Einzelhandelsbeirat. Auch der habe nämlich bestätigt, dass viele der zentrumsnahen Parkplätze von den dort Beschäftigten genutzt würden, die mehrmals täglich die Parkscheiben weiter drehen. Wenn diese bereit wären, nur ein paar Minuten mehr Fußweg zu anderen Parkplätzen in Kauf zu nehmen, gebe es im Drei-Minuten-Radius schon jetzt weit mehr Parkplätze für Kunden.

Derzeit über 600 Plätze im Drei-Minuten-Radius

Der Plan listet (von Nord nach Süd) folgende öffentliche Parkmöglichkeiten auf, die auch nach der Umgestaltung bestehen bleiben würden:

  • Mescheder Straße: 14 Plätze, Entfernung ∼ 2 min
  • Polizei: 44 Plätze, ∼ 1 min
  • Rathausplatz: 70 Plätze, ∼ 3 min
  • Nördliche Hauptstraße: 52 Plätze, < 1 min
  • Kirche: 17 Plätze, < 1 min
  • Woolworth: 40 Plätze, < 1 min
  • Bergstraße: 5 Plätze, < 1 min
  • VHS: 12 Plätze, < 1 min
  • Schirgiswalder Platz, 38 Plätze, < 1 min
  • Kreisstraße, 20 Plätze, < 1 min
  • Bremke-Center > 100 Plätze, ∼ 2 min

Noch eine Diskussion und dann Planungsaufträge

Ohlig gab auch einen Überblick über den geplanten weiteren Ablauf des Projekts . Zeitnah werde die Verwaltung die grundlegenden Leitideen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) in Steckbriefform zusammenstellen, damit sie nochmals diskutiert werden können. Nach Genehmigung des Haushalts 2017 sollen dann – basierend auf diesen ISEK-Bausteinen – Planungsaufträge vergeben werden. Externe Planungsbüros sollen dabei im Laufe dieses Jahres die Planungen konkretisieren. Sie sollen detaillierte Planungen insbesondere für die Umplanungsflächen in der Fußgängerzone, für den Bereich der Kreisstraße zwischen Umgehungsstraße und Kreisverkehr sowie für den Röhruferbereich vorlegen. „Dann wird auch deutlicher, wie die Bereiche konkret genutzt werden könnten“, so Ohlig. Es sollen nicht nur zweidimensionale Konzepte und Karten, sondern auch dreidimensionale Ansichten und Animationen vorgelegt werden.

Zuschüsse für Hochwasserschutz und Städtebau

Anhand dieser Planungen könnten dann Beschlüsse gefasst und Zuschüsse beantragt werden. Das Land bezuschusst die Renaturierung der Röhr mit Hochwasserschutz und Steigerung der innerstädtischen Aufenthalts- und Wohnqualität mit 90 Prozent und eine Umgestaltung der Fußgängerzone mit Steigerung der Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und klarerer Strukturierung des öffentlichen Raums mit 70 Prozent der Kosten.

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Ein Kommentar

  1. Und wieder ein Grund mehr, den Innenstadtbereich zu meiden – in Balve kann man auch gut einkaufen und hat dort die Parkplätze direkt vor der Tür ! Ich denke, hier schießen Stadt und Einzelhändler ein Eigentor! Besser ist es sich vorher die richtigen Gedanken zu machen und nachher muss man dann nicht jammern, wenn die Kunden wegbleiben. Meine Prognose, wenn dieses Konzept so durchgesetzt wird: in spätestens 3 Jahren ist die Innenstadt Sundern tot. Aber das will man ja anscheinend oder ? Anders kann ich mir nicht erklären, wie man auf die Idee kommen kann, die Parkplätze an der Fußgängerzone zu opfern.

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